roman's blog …

… zu Corporate Social Responsibility, Nachhaltiger Entwicklung und Neuen Medien!

Archive for the ‘Väterkarenz’ tag

Die Karenz ist vorbei: ein Rückblick!

with 2 comments

Heute, am 1. September 2009, ist meine Karenz zu Ende gegangen. Zeit für einen kurzen Rückblick und ein Stimmungsbild zum Wiedereinstieg. Diesen habe ich dieses Mal nicht hier, sondern im CSR-Blog veröffentlich (auch deshalb, weil er auszugsweise auf diesem Artikel beruht).

Für alle die jetzt noch hier weiterlesen und sich fragen, was den jetzt mit diesem Blog passiert (mit dem ja während der Karenz, für die er ja geschaffen wurde, reichlich wenig passiert ist) habe ich keine Antwort. Ich überlege noch, wälze Ideen, und frage mich, ob ich überhaupt jemals mein persönliche Haupt-Hindernis zu bloggen – dass ich die Zeit nicht habe, finde, oder sie mir nehme – überwinden kann.

Bis ich also mit mir selbst und diesem Blog im reinen bin kann es noch eine Weile dauern. bei Interesse ist es aber leicht mir einstweilen – in mundgerechten Stücken – auf Twitter zu folgen.

PS: Nochmal die Erinnerung – hier ist der im Titel erwähnte Karenz-Rückblick.

Written by Roman H. Mesicek

September 1st, 2009 at 9:16 pm

Posted in Job,Karenz

Tagged with ,

Mein Weg in die Karenz

with 2 comments

Die Gespräche der letzten vier Wochen zeigen mir, dass das Interesse an meiner Karenz – den der Ausgangssituation, den Rahmenbedingungen und der Umsetzung – enorm ist. Ich möchte meinen Weg dorthin in diesem Blog-Eintrag kurz darstellen.

Am Anfang stand mein persönlicher Entschluss! Wann dieser gefallen ist, kann ich nicht mehr nachvollziehen. Irgendwie fühlt es sich so an, als ob “dieser immer schon da war”. Gründe die (aus familiärer Sicht) dafür sprechen, gibt es ja natürlich auch einige. Im möchte ich mich in diesem Artikel auf die geschäftlichen Schritte und Rahmenbedingungen beschränken und die privaten ausklammern. Der Verein respACT hat derzeit inklusive mir fünf angestellte MitarbeiterInnen und beschäftigt laufend zwei PraktikantInnen. Ich bin seit fünfeinhalb Jahren als Geschäftsführer dabei. Soweit die Ausgangssituation.

Überzeugungsarbeit leisten

Am Anfang galt es, meinen Vorstand von dem Vorhaben zu überzeugen. Zeitgerecht, nämlich Anfang 2008, ungefähr ein Jahr vor meinem geplanten Antritt der Karenz, hab ich damit begonnen. Mein Vorschlag war fast exakt jener, den wir jetzt umsetzen: eine schrittweise Stundenreduktion bis zur Vollzeit. Sehr konkret an den von mir gewünschten Zeitraum angepasst, von einigen begleitenden Maßnahmen flankiert und abgestimmt auf unsere Jahresplanung. Damit habe ich Präsident und Vorstand dann wohl überzeugt (und die Tatsache, dass wir eine Organisation sind, die sich primär mit der gesellschaftlichen Verantwortung auseinandersetzt, hat sicher auch ihren Teil dazu beigetragen).

Ich gebe zu, lange Zeit habe ich mein Team bei meiner Planung im Dunkeln gelassen. Aus heutiger Sicht würde ich das sicher anders machen und früher auch schon intern über Pläne und Rahmenbedingungen informieren. Die so entstandene Verunsicherung war zwar nicht groß, aber doch relevant. Als wir uns endlich zusammengesetzt haben, um Details der Karenzzeit zu besprechen, sind schon einige Fragen aufgetaucht. Ganz oben auf der Liste: Wie klappt die (Unterstützung bei der) Entscheidungsfindung bzw. inhaltliches Feedback durch mich. Direkt gefolgt von: Was machen mit Anfragen die sich direkt an den Geschäftsführer richten nicht delegiert werden können (weil der/die Anfragende das nicht akzeptiert) oder weil es unseren internen Richtlinien (z.B. im Umgang mit Mitgliedern) widerspricht.

Diese Fragen sind noch nicht ganz beantwortet, schließlich bin ich erst ein Monat in Karenz. Aber mit den folgenden (alleine entwickelten, vom Vorstand verlangten und vom Team gewünschten) Rahmenbedingungen versuchen wir die offenen Punkte in den Griff zu bekommen. Die Väterkarenz Experts habe ich allerdings nicht bemüht, im Zuge dieser Vorbereitungsarbeiten (denn die habe ich zugegeben gerade erst im Internet entdeckt).

Rahmenbedingungen schaffen

Ich glaube (und lasse mir hier damit alles für Ergänzungen offen) das vorerst vier Punkte wesentlich umgesetzt werden mussten, damit die Karenz klappt:

  • Das Team stärken. Das ist wohl keine Philosophie die man von heute auf morgen einführt. Eigenverantwortung im Team ist mir wichtig, eine Einstellung die ich sicher zu einem Großteil meinem  letzten Chef (Fritz Hinterberger) zu verdanken habe. Und von großer Bedeutung, wenn es einmal darum geht, auch größere Entscheidungen im Rahmen der Projektleitungstätigkeit (von den alltäglichen spreche ich hier gar nicht) selbst zu treffen und zu verantworten. Was ich an dieser Stelle voraussetze: Offenheit für Neues, Flexibilität und unternehmerisches Denken. Mit diesen Einstellung und Kapazitäten unter den MitarbeiterInnen, kann eigentlich sowieso fast nichts mehr schief gehen.
  • Eine langfristige Vertretung schaffen. Im Jänner 2008 wurde meine Kollegin Daniela Knieling vom Vorstand zur Stellvertretenden Geschäftsführerin ernannt. Zuvor habe ich sie mit diesem Ziel zu uns geholt. Somit ist, wenn es hart-auf-hart kommt, in meiner Abwesenheit jemand da der Entscheidungen trifft (bzw. zu treffen hat). 
  • Delegieren von Aufgaben. Ganz ein schwerer Brocken, den ich allerdings schon seit längerer Zeit – nicht erst seit ich in Karenz bin – bearbeite. Das schwierigste daran: man sollte zwar im Auge (und Hirn) haben, was man delegiert – zwecks follow-up – jedoch sich davon verabschieden, überall die persönlichen Maßstäbe anzulegen. Jede und Jeder macht seine Arbeit eben anders. Solange die Qualitätskriterien der Organisation erfüllt sind, ist demnach alles bestens.
  • Reduzieren von Arbeit. Das ist ein ganz spannender Punkt, an dem ich gerade ganz aktiv arbeite. Welche (meiner) Tätigkeiten sind wirklich wesentlich für den Geschäftserfolg von respACT? Welche Meetings notwendig und welche entbehrlich? Welche Geschäftsreisen bringen substantiellen Input und Kontakte? Welche neuen, angefragten Kooperationen bringen uns wirklich weiter? Diese Reflexion ist gerade unheimlich lehrreich und wird einen fixen Platz in meinem persönlichen Management auch nach der Karenzzeit finden.

So, das war jetzt ein Einblick in mein “Tagesgeschäft der Karenz” – Stand nach dem ersten Monat. Wobei die Facetten der Gestaltung und Gestaltungsmöglichkeiten (bzw. eben der Abwesenheit derselben) sicher um ein vielfaches größer ist. Eine Studie aus dem Jahr 2003 gibt dazu einen recht Interessanten Überblick, etwas neueres habe ich bei meiner – zugegeben kurzen – Recherche nicht gefunden.

Written by Roman H. Mesicek

April 3rd, 2009 at 7:29 am