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Archive for the ‘Kommunikation’ tag

Die Zeit rennt mir davon

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So, das hat jetzt aber gedauert bis zum nächsten Blog-Eintrag. Schuld daran ist die Kombination aus mangelnder Zeit und dem Anspruch nicht nur kurze Einträge zu Verfassen (dazu nutze ich ja inzwischen sehr regelmäßig Twitter).  So reift jeder Eintrag etwas ausführlicher in meinem Kopf (und meinen Notizen) bis ich diesen endlich online stelle. 

Und so ist es naheliegend, dass ich mich diesmal meinem Zeitmanagament in der Karenz widme. Die Rahmenbedingungen sind wie folgt: Derzeit arbeite ich 30 Stunden, im Juni 20 und im Sommer bin ich voll in Karenz. Die aktuelle Planung sieht vor, dass ich meinen Sohn drei Mal pro Woche in die Krippe bringe und zwei Mal (Dienstag und Donnerstags) die Nachmittagsgestaltung übernehme.

So weit die Theorie. Allen Eltern erzähle ich hier sicher nichts neues, wenn ich zugebe, dass es diese ideale Woche noch nicht gegeben hat. Die zwei Wochenpläne meiner Frau (arbeitet derzeit 25 Stunden) und mir zu koordinieren und die nicht planbaren Einfälle unseres Sohnes stellen jeden Sonntag wieder eine Herausforderung dar. Da hilft der familiär synchronisierte Google Kalender sowie dessen Ausdruck am Küchenkasten wenig.

Die Situation stellt auch große Anforderungen an die Flexibilität des Arbeitgebers (siehe auch meinen älteren Artikel “Mein Weg in die Karenz”) und die Gestaltung der Arbeitsprozesse. In meinem konkreten Fall geht es dabei vor allem um die internen Prozesse und die Zusammenarbeit mit dem Team, da die Kontakte mit dem Vorstand zwar regelmäßig, aber überschaubar sind. Und gerade vom Team gab es nach den ersten Monaten Karenz gleich die Beschwerde, dass ich “zu wenig für sie da bin”.

Als ersten Schritt dem entgegen zu wirken versuche ich jetzt interne Termine immer wieder einmal in der Priorität vor externe zu reihen. Dies ist auch eine eher grundsätzliche Erkenntnis, die ich für nach der Karenz mitnehmen werde. Gerade in einem sehr stark fremdbestimmten Job mit vielen sozialen Kontakten (sagen wir Mal Networking dazu) läuft man Gefahr, interne Beziehungen in der Organisation (bzw. im konkreten Fall die Kontakte mit den MitarbeiterInnen) zu vernachlässigen. Das ist wohl der Anfang von Problemen bei der internen Kommunikation. Und nicht umsonst gibt es eine Unmenge an Büchern die sich diesem Thema widmet.

Der andere Aspekt ist der (effiziente und doch flexible) Einsatz der weniger werdenden Arbeitszeit. Oder eben auch jener Freizeit, in der man einen Blog wie diesen betreiben kann. Über meine Strategien dazu, werde ich in meinem nächsten Eintrag schreiben.

PS: Dieser Artikel ist übrigens eine Ausnahme meiner in der Einleitung zitierten Anspruchs: Er wurde einfach ‘mal bei einer Zugfahrt schnell runter getippt. Damit endlich wieder einmal ein Eintrag online steht.

Written by Roman H. Mesicek

May 12th, 2009 at 2:39 pm

Wem vertrauen wir?

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Das aktuellen Edelman Trustbarometer 2009 – auf das ich beim gerade laufenden WBCSD-Meeting aufmerksam geworden bin – hat einige interessante Ergebnisse parat, die ich hier kurz Anreißen möchte.

Eines kurz vorweg: Edelmann ist nicht unumstritten, trotzdem scheint mir das Trustbarometer, insbesondere weil es seit Jahren vergleichbar durchgeführt wird, immer einige gute Denkanstöße parat zu haben.

image Folgendes Ergebnis ist wahrscheinlich für die meisten unter uns nachzuvollziehen: Das Vertrauen in Unternehmen ist von 2007 auf 2008 deutlich gesunken. Finanz- und Wirtschaftskrise sei dank, betrifft das Unternehmen weltweit, obwohl ein Gefälle festzustellen ist: Die USA und Europa verlieren stärker, die Emerging Economies sind weniger betroffen. Für Unternehmen heißt das, es wird im kommenden Jahr mehr denn je darum gehen, zu versuchen Vertrauen von MitarbeiterInnen, Konsumenten, Geschäftspartner und Anspruchsgruppen wiederzugewinnen. In diesem Zusammenhang ist auch die Frage spannend: Wenn Sie eine Information von einem CEO erhalten, wie vertrauenswürdig schätzen Sie diese ein? Das Ergebnis: Ein deutlicher Rückgang  der Glaubwürdigkeit im Vergleich zu den Jahren davor.

imageFrage Nummer zwei die mir ins Auge gesprungen ist: Wie oft müssen Sie im Allgemeinen eine Information über ein Unternehmen hören, um zu glauben, dass diese der Wahrheit entspricht? Die Antwort: 3-5 Mal. Wenig überraschend, dass unterschiedliche Quellen und insbesondere unabhängige Stimmen (zum Beispiel NGOs) die Glaubwürdigkeit von Aussagen positiv beeinflussen. Ein deutliches Signal also in Richtung Unternehmen, auf Dialog und Transparenz zu setzen.

Was mich zu einer dritten Spannenden Aussage führt: Dem hohen Stellenwert,  den das Edelmann Trustbarometer Blogs zukommen lässt. Sind diese damit im Mainstream der Unternehmenskommunikation angekommen? Initiativen wie The Blog-Council, eine Weblog-Selbsthilfegruppe von Unternehmen, sind ein weiteres Zeichen dafür.

Aber ist dem wirklich so? Meiner Erfahrung nach, sind Blogs etwas ausgesprochen Individuelles! Die Besten (die ich lese), spiegeln die persönliche Meinung des Autors wieder – und gerade deshalb sind diese so lesenswert. Jene offiziellen Blogs, die ich von Unternehmen kenne, sind derzeit noch sehr (zu?) bemüht. Wäre es nicht die bessere Strategie für Unternehmen, die MitarbeiterInnen zu ermutigen – und Ihnen vielleicht sogar die Tools zur Verfügung zu stellen – eigene Blogs zu führen? Das würde diesen eine persönliche, authentische Stimme geben und Emotionen wecken. Und darum geht es schließlich bei guter Kommunikation. Der damit einhergehenden Kontrollverlust ist sicher der Hauptgrund, warum wir abseits der IT Branche noch wenig dieser Blogs sehen.

Um den Bogen zu schließen: Vieleicht wären gerade die CSR oder Nachhaltigkeitsbeauftragten – in der Regel immer auch an der Schnittstelle zu den Anspruchsgruppen des Unternehmens tätig – besonders geeignet, hier voran zu gehen. Ich sehe hier eine Möglichkeit, mit einfachen Mittel mehr Transparenz – und damit Glaubwürdigkeit – zu schaffen und den Dialog mit der Öffentlichkeit zu pflegen.

Written by Roman H. Mesicek

March 19th, 2009 at 8:05 am

Zoom Zoom Zoom

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Ein etwas sinnentleerter Titel für meinen zweiten Blogeintrag. Aber nicht ohne Grund. Letzte Woche war ich mit meinem Sohn im ZOOM Kindermuseum in der Ausstellung “Ozean”. Und seit dem lässt mich eben dieses Museum bzw. was man dort alles umsetzen könnte nicht mehr los.

Warum? Dazu muss ich ein wenig ausholen.

Rund um das Thema Nachhaltigkeit beobachte ich seit einigen Jahren ein Phänomen: Jede Diskussionsveranstaltung bzw. Diskussion bei der es um die Schwierigkeiten von Umsetzung, Kommunikation, Verbreitung etc. von dem 3-Säulen-Konzept der Nachhaltigen Entwicklung geht endet über kurz oder lang im Bildungsbereich. Da sind sich dann meist alle TeilnehmerInnen einig, dass möglichst früh schon dieses Thema an Kinder und Jugendliche herangetragen werden muss, wenn wir mittel- bis langfristig einen Bewusstseinswandel – vielleicht sogar einem Wertewandel? – in Richtung sozial, ökologisch und ökonomisch erreichen wollen.

Die Umsetzung ist jedoch keine einfache Sache. “Bildung ist etwas zu tiefst konservatives” hat ein sehr geschätzter Kollege mir einmal gesagt, und damit erklärt sich, warum diese wichtigen Inhalte Großteils noch nicht den Weg in die österreichischen Lehrpläne gefunden haben. Doch es gibt sie, die Vorbildhaften Initiativen, die sich als Anlaufstelle für engagierte LehrerInnen dafür einsetzen, dass soziale- und Umweltthemen in die Lehre einfließen. Exemplarisch möchte ich an dieser Stelle das Forum Umweltbildung nennen, dass seit Jahren in diesem Bereich exzellente Arbeit leistet. Derzeit übrigens auch mit einer Veranstaltungsreihe zu Sustain 2.0: Nachhaltiger Konsum und Lebensstile im Web 2.0 (das nächste Mal schon am 18. März 2009).

Womit wir jetzt bei den Kleinsten angekommen sind – den Besuchern des Zoom Kindermuseums. Immerhin im Falle der Ausstellung “Ozean” ab 8 Monaten; die nächste Wechselausstellung “Erzähl mir was vom Tod” ist ab 6 Jahren. Und auch hier sollte es doch schon Möglichkeiten geben, das Thema Nachhaltigkeit zu vermitteln. Und dieser Gedanke lässt mich jetzt nicht mehr los. Eine Ausstellung “Die Umweltchecker” gab es auch schon einmal im Jahr 2007, aber es gäbe darüber hinaus eben so viele weitere Anknüpfungspunkte zu den sozialen und ökologischen, aber auch ökonomischen, Dimensionen von Nachhaltiger Entwicklung.

Kurz diskutiert habe ich diese ersten Ideen schon mit Barbara Liegl und Katrin Wladasch (ZARA) sowie Wolfgang Wimmer (Ecodesign Infoknoten). Beide Organisationen haben ja Themen, die sich auch für Kinder umsetzen und spannend aufbereiten lassen sollten. Soziale Herausforderungen wie Chancengleichheit, Diversity oder Antidiskreminierung einserseits und ökologische Fragestellungen wie Ressourcennutzung und Produktdesign – Stichwort From Cradle to Cradle – andererseits. Mit durchwegs positivem Feedback. Mal sehen, ob sich aus den ersten Ideen und Gesprächen im Netzwerk etwas entwickelt. Ideen und Unterstützung sind jedenfalls willkommen.

Eine Frage zum Abschluss: Überrascht irgendjemand die folgende Beobachtung der ersten Karenzwoche? Wo ich hinkomme, bin ich in der Regel der einzige Vater. Nur Morgens in der Krippe ist der Väteranteil deutlich höher. Vorerst eine Momentaufnahme, aber ich werde die “statistische Grundlage” laufend erweitern!

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Written by Roman H. Mesicek

March 9th, 2009 at 10:40 pm

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