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Wie wir die “CSR-Geschwindigkeit” erhöhen!
Hannes Offenbacher von Mehrblick hat mich zum Thema “Quo vadis CSR?” interviewt. Ist ein sehr feines Gespräch geworden, wie ich finde. Und auf meine Aussage “Wir müssen die CSR-Geschwindigkeit erhöhen!” bin ich besonders stolz ;-).
Zu finden ist das Interview im Blog von Hannes und von enorm.
Erfolge für KMU mit verantwortungsvoller Unternehmensführung
Anbei meine Folien und das Handout eines Vortrag im Rahmen der Netzwerk Veranstaltung „Verantwortung als Chance“ am 30.3.2011 in Luzern. Der volle Titel lautete „Erfolge für KMU und Familienunternehmen mit verantwortungsvoller Unternehmensführung – Erfahrungen aus Österreich“.
Und hier noch das (kurze) Handout:
Erfolg mit FAIRantwortung
Nachhaltigkeit bedeutet, mittels neuer Ideen und Initiativen eine Balance zwischen wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Bedürfnissen herzustellen. Dies beinhaltet zum einen den schonenden Einsatz von Ressourcen für kommende Generationen, zum anderen aber auch, dass ein Unternehmen einen respektvollen, transparenten und motivierenden Umgang mit all seinen Anspruchsgruppen pflegt. CSR ist die Abkürzung für Corporate Social Responsibility und dient als Instrument, um Nachhaltigkeit im Unternehmen zu verwirklichen.
In Österreich sind 99,7 Prozent aller Betriebe Klein- und Mittelunternehmen (KMU), welche traditionell stark in regionale Strukturen eingebunden sind. Die Umsetzung von Corporate Social Responsibility wird hier oftmals mit rein altruistischen Gründen, also der Realisierung von persönlichen, sozialen bzw. ethisch-moralischen Verpflichtungen, in Verbindung gebracht. Obwohl derartigen Zielsetzungen natürlich nichts entgegen steht, muss hervorgehoben werden, dass CSR-Maßnahmen nicht nur positive Auswirkungen auf die Gemeinschaft oder Umwelt haben, sondern auch die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen selbst verbessern können.
Der geschäftliche Mehrwert, den soziale und ökologische Initiativen mit sich bringen, bleibt darüber hinaus oft unerkannt und sein Potential daher von UnternehmerInnen unterschätzt. Der konkrete Geschäftsnutzen lässt sich jedoch häufig nicht an Zahlen festmachen und stellt sich auch nicht immer unmittelbar ein. Naheliegend ist jedoch, dass ein fairer Umgang mit GeschäftspartnerInnen, MitarbeiterInnen und der Umwelt sowie soziales Engagement in der Gemeinschaft Teile des wirtschaftlichen Erfolgs sind. Solche Maßnahmen werden allerdings selten langfristig geplant oder als strategisches Managementkonzept eingesetzt.
Was können also nun Anreize für die Umsetzung von Corporate Social Responsibility in KMU sein? Positive Wettbewerbseffekte, die KMU Forschung Austria in einer Unternehmensbefragung herausgearbeitet hat, sind unter anderem:
- verbesserte Wahrnehmung durch die KundInnen und höhere Kundenbindung, z. B. durch Pressemeldungen über das Unternehmen oder Mundpropaganda,
- erhöhte Loyalität und Motivation der MitarbeiterInnen, die zur höheren Einsatz- und Lernbereitschaft des Personals führen und in geringeren Fluktuations- und Abwesenheitszeiten resultieren,
- Kosteneinsparungen und Produktivitätsgewinne durch den effizienten Einsatz betrieblicher Ressourcen und Realisierung von Innovationen durch die Auseinandersetzung mit umweltschonenden Produktionsprozessen oder verstärkte Zusammenarbeit mit Schulen oder gemeinnützigen Einrichtungen,
- besserer Zugang zum Arbeitsmarkt und Stärkung der Markt- und Netzwerkbeziehungen und
schließlich Umsatzsteigerungen, hervorgerufen durch die vorab angeführten Faktoren.
Meistern Unternehmen diese Herausforderungen gut, leisten sie nicht nur einen wertvollen Beitrag für Gesellschaft und Umwelt sondern minimieren ihre Risiken, steigern die MitarbeiterInnenmotivation, stärken Kundenbindung und -vertrauen, erhöhen ihr Innovationspotenzial und generieren so Wettbewerbsvorteile am Markt.
Quellen:
- „Erfolg mit FAIRantwortung – CSR-Strategien und Berichte zur Nachhaltigkeit“
(Unternehmensplattform respACT) - „CSR und Wettbewerbsfähigkeit – Praxisbeispiele europäischer KMU“
(KMU Forschung Österreich)
Die nachhaltigen Gestalter Österreichs
Das Lebensart Magazin ermittelte dieses Jahr zum zweiten Mal die “nachhaltigen Gestalter” Österreichs.
Im Magazin schreiben sie dazu: “Wir nennen sie die „nachhaltigen Gestalter“ und bitten 30 von ihnen vor den Vorhang, wohl wissend, dass es hunderte weitere Personen ebenso verdient hätten, auf dieser Bühne zu stehen. Die Auswahl ist das Ergebnis einer Umfrage, die wir bei rund 500 Personen aus Wirtschaft, Non Profit Organisationen und MitarbeiterInnen in öffentlichen Einrichtungen gemacht haben. Sie haben insgesamt 220 Personen nominiert, die sich aus ihrer Sicht ganz besonders für eine nachhaltige Entwicklung engagieren. Aus der Häufigkeit der einzelnen Nominierungen ist eine Reihung entstanden, die wir hier abbilden.”
Als erstes möchte ich hier den drei Bestgereiten gratulieren: Josef Zotter (Zotter Schokoladen Manufaktur) aus der Wirtschaft, Rita Trattnigg (Lebensministerium) im Bereich Öffentliche Einrichtungen und Christian Felber (ATTAC) in der Kategorie Non-Profit Organisationen (NPO). Im Magazin gibt es auch ein ausführliches Interview mit allen drei zu lesen.
Unsere Wege haben sich auch immer wieder gekreuzt: Rita Trattnig war eine meiner ersten Auftraggeber in meinem letzten Stopp als Unternehmer bei Sustainability.TV; mit Christian Felber verbindet mich vor allem, dass wir, wenn wir uns bei Podiumsdiskussionen gegenüber gesessen sind, selten einer Meinung waren (ich bin neugierig, ob sich das jetzt ändert, wenn auf meinem Namensschild nicht mehr respACT sondern enorm steht); und Josef Zotter durfte ich schon mehrmals zum Gewinn des TRIGOS gratulieren.
Aber was mich natürlich besonders stolz macht: ich habe es auf 4. Platz Kategorie NPO geschafft. Es freut mich im siebenten Jahr meiner Tätigkeit für respACT, dass unsere Arbeit (denn wir sind ja ein Team) auf diese weise Anerkennung findet. Und ich selbst fühle mich auch gut verstanden, wenn Lebensart schreibt, ich stehe für “Kontinuität im Ringen um unternehmerische Verantwortung (CSR)”.
PS: Hannes Offenbacher ist mir, als ebenfalls 4., aber in der Kategorie Wirtschaft, mit seinem Artikel etwas zuvor gekommen. Aber ich dachte mir, doppelt hält besser!
Stellt Corporate Social Responsibility (CSR) einen Fortschritt dar?
Unter diesem Titel gibt es im aktuellen Magazin Wirtschaft & Umwelt (Nr. 1/2010) der Arbeiterkammer erschienen in der Serie “Kontroverse” zwei Gastkommentare zum Thema. Einer (“CON”) von Mag. Werner Hochreiter unter dem Titel “CSR – Neuer Wein in alten Schläuchen”. Und einer (‘”PRO” – wie sollte es anders sein …) von mir.
Unternehmen müssen Geschäft und Gesellschaft verbinden
Seit dem Jahr 2003 in dem das Leitbild „Erfolgreich Wirtschaften. Verantwortungsvoll handeln.“ der österreichischen Wirtschaft präsentiert wurde, ist Corporate Social Responsibility (CSR) salonfähig geworden. Großbetriebe und multinationale Konzerne haben CSR als Managementkonzept und Mittel gegen den Vertrauensverlust der KonsumentInnen längst aufgegriffen und inzwischen auch als Innovationstreiber für sich entdeckt. Sie haben erkannt, dass sie in Zeiten, in denen Debatten über Arbeitsbedingungen in Zulieferländern, Klimaveränderung oder Globalisierung in einer immer breiteren Öffentlichkeit geführt werden, eine aktive Rolle einnehmen müssen. Firmen setzen deshalb auch in diesem Bereich auf Professionalisierung und legen bei der Umsetzung sozialer und ökologischer Initiativen immer öfter dieselben Maßstäbe an, wie in ihrem unternehmerischen Handeln. Oder wie der Strategie-Guru der Betriebswirtschaftslehre, Harvard-Professor Michael Porter, es ausdrückt: Unternehmen müssen „Geschäft und Gesellschaft“ verbinden, um damit für beide Seiten „shared value“, einen gesellschaftlichen Mehrwert, zu erzielen.
Eine Besonderheit in Österreich ist, dass nicht nur große Unternehmen das Thema für sich entdeckt haben. Auch Klein- und Mittelunternehmen (KMU) haben sehr früh Chancen und Nutzen von strategischer CSR erkannt. KMU sind traditionell stark in regionale Strukturen eingebunden, wodurch ein fairer Umgang mit GeschäftspartnerInnen und MitarbeiterInnen sowie das Engagement in der lokalen Gemeinschaft selbstverständlich und eine notwendige Voraussetzung für den unternehmerischen Erfolg sind. Unterstützt werden österreichische Betriebe seit dem vergangenen Jahr auch durch das von UnternehmensverterterInnen selbst entwickelte neue Leitbild „Erfolg mit Verantwortung“. Dieses versteht sich als Zielkatalog für verantwortungsvolles Wirtschaften anhand der fünf Handlungsfelder: Führung und Gestaltung, Markt, MitarbeiterInnen, Umwelt und Gesellschaft.
Obige Ausführungen zeigen, dass sich die Unternehmen in den letzten Jahren mit CSR auseinandergesetzt und sich auf den Prozess eingelassen haben. Eines aber scheint sich nicht geändert zu haben: die Kritik die diesen Unternehmen entgegengebracht wird. Die Diskussionen sind leider immer noch von Vorurteilen und Schubladendenken geprägt. Die meisten Kritiker sind noch auf dem Stand von vor sieben Jahren stehengeblieben. Und die Forderungen sind inzwischen altbekannt: CSR als Gütezeichen oder Gesetz festzuschreiben und damit Unternehmen dazu verpflichten, sich exakt an ein Regelwerk zu halten. Mit dem Nebeneffekt jeglichen Spielraum – und damit jegliche Innovationskraft – im Keim zu ersticken. Das Verkennen dessen, was CSR ist – nämlich ein unternehmerisches Werkzeug und kein Weg zu neuen Regulierungen – führt, wie es scheint, nach wie vor zu diesen unterschiedlichen Auffassungen und hemmt damit vielfach die Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Zivilgesellschaft.
Unternehmen haben gelernt, ihren Anspruchsgruppen auf Augenhöhe zu begegnen und jetzt sollten diese ihrem Beispiel folgen. Erfolgreiche Kooperationen zwischen Wirtschaft und NGOs, wie etwa beim CSR-Preis TRIGOS, der 2010 bereits zum siebenten Mal vergeben wird und mit über 166 eingereichten Projekten der erfolgreichste bisher ist, zeigen, dass es auch anders geht – und zwar miteinander.
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Beide Artikel gibt es auch auf der Webseite von Wirtschaft & Umwelt zum nachlesen, sowie hier die (abfotografierten) Originale.
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Wieder ein neuer Vortrag zu CSR
Das wird wahrscheinlich schon ein wenig langweilig für die geschätzte Leserin bzw. den geschätzten Leser meines Blogs.
Trotzdem hier nochmal ein Verweis auf die neuen, wie ich glaube recht gelungenen, Folien, die ich diesmal auch im CSR-Blog online gestellt habe. Gehalten habe ich den Vortrag am 28. Jänner 2010 als Eröffnung des Lehrgangs “Integriertes CSR-Management”. Titel dieses Mal “Globale Herausforderungen und die Rolle der Unternehmen”.
PS: Herzlichen Danke an dieser Stelle an Reinhard Herok. Ihm habe ich einige neue Ideen (inhaltlich und gestalterisch) in diesem Foliensatz zu verdanken.

