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Stellt Corporate Social Responsibility (CSR) einen Fortschritt dar?

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Unter diesem Titel gibt es im aktuellen Magazin Wirtschaft & Umwelt (Nr. 1/2010) der Arbeiterkammer erschienen in der Serie “Kontroverse” zwei Gastkommentare zum Thema. Einer (“CON”) von Mag. Werner Hochreiter unter dem Titel “CSR – Neuer Wein in alten Schläuchen”. Und einer (‘”PRO” – wie sollte es anders sein …) von mir.

Unternehmen müssen Geschäft und Gesellschaft verbinden

Seit dem Jahr 2003 in dem das Leitbild „Erfolgreich Wirtschaften. Verantwortungsvoll handeln.“ der österreichischen Wirtschaft präsentiert wurde, ist Corporate Social Responsibility (CSR) salonfähig geworden. Großbetriebe und multinationale Konzerne haben CSR als Managementkonzept und Mittel gegen den Vertrauensverlust der KonsumentInnen längst aufgegriffen und inzwischen auch als Innovationstreiber für sich entdeckt. Sie haben erkannt, dass sie in Zeiten, in denen Debatten über Arbeitsbedingungen in Zulieferländern, Klimaveränderung oder Globalisierung in einer immer breiteren Öffentlichkeit geführt werden, eine aktive Rolle einnehmen müssen. Firmen setzen deshalb auch in diesem Bereich auf Professionalisierung und legen bei der Umsetzung sozialer und ökologischer Initiativen immer öfter dieselben Maßstäbe an, wie in ihrem unternehmerischen Handeln. Oder wie der Strategie-Guru der Betriebswirtschaftslehre, Harvard-Professor Michael Porter, es ausdrückt: Unternehmen müssen „Geschäft und Gesellschaft“ verbinden, um damit für beide Seiten „shared value“, einen gesellschaftlichen Mehrwert, zu erzielen.

Eine Besonderheit in Österreich ist, dass nicht nur große Unternehmen das Thema für sich entdeckt haben. Auch Klein- und Mittelunternehmen (KMU) haben sehr früh Chancen und Nutzen von strategischer CSR erkannt. KMU sind traditionell stark in regionale Strukturen eingebunden, wodurch ein fairer Umgang mit GeschäftspartnerInnen und MitarbeiterInnen sowie das Engagement in der lokalen Gemeinschaft selbstverständlich und eine notwendige Voraussetzung für den unternehmerischen Erfolg sind. Unterstützt werden österreichische Betriebe seit dem vergangenen Jahr auch durch das von UnternehmensverterterInnen selbst entwickelte neue Leitbild „Erfolg mit Verantwortung“. Dieses versteht sich als Zielkatalog für verantwortungsvolles Wirtschaften anhand der fünf Handlungsfelder: Führung und Gestaltung, Markt, MitarbeiterInnen, Umwelt und Gesellschaft.

Obige Ausführungen zeigen, dass sich die Unternehmen in den letzten Jahren mit CSR auseinandergesetzt und sich auf den Prozess eingelassen haben. Eines aber scheint sich nicht geändert zu haben: die Kritik die diesen Unternehmen entgegengebracht wird. Die Diskussionen sind leider immer noch von Vorurteilen und Schubladendenken geprägt. Die meisten Kritiker sind noch auf dem Stand von vor sieben Jahren stehengeblieben. Und die Forderungen sind inzwischen altbekannt: CSR als Gütezeichen oder Gesetz festzuschreiben und damit Unternehmen dazu verpflichten, sich exakt an ein Regelwerk zu halten. Mit dem Nebeneffekt jeglichen Spielraum – und damit jegliche Innovationskraft – im Keim zu ersticken. Das Verkennen dessen, was CSR ist – nämlich ein unternehmerisches Werkzeug und kein Weg zu neuen Regulierungen – führt, wie es scheint, nach wie vor zu diesen unterschiedlichen Auffassungen und hemmt damit vielfach die Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Zivilgesellschaft.

Unternehmen haben gelernt, ihren Anspruchsgruppen auf Augenhöhe zu begegnen und jetzt sollten diese ihrem Beispiel folgen. Erfolgreiche Kooperationen zwischen Wirtschaft und NGOs, wie etwa beim CSR-Preis TRIGOS, der 2010 bereits zum siebenten Mal vergeben wird und mit über 166 eingereichten Projekten der erfolgreichste bisher ist, zeigen, dass es auch anders geht – und zwar miteinander.

akwu012010_33akwu012010_32Beide Artikel gibt es auch auf der Webseite von Wirtschaft & Umwelt zum nachlesen, sowie hier die (abfotografierten) Originale.

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Written by Roman H. Mesicek

April 9th, 2010 at 2:52 pm

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2 Responses to 'Stellt Corporate Social Responsibility (CSR) einen Fortschritt dar?'

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